Familienzentrum

Kindertagesstätte Höhenweg
Sprachförderkonzept

Sprachförderung ist ein elementarer Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.

Er ist nicht isoliert, sondern integriert und für Kinder als solches nicht erkennbar.
Wir aber wissen um die vielfältigen Sprachanregungen für alle Kinder, unsere
Kinder mit Deutsch als Muttersprache und auch für die Kinder mit einer anderen
Muttersprache.

Der frühzeitige Besuch einer Kindertageseinrichtung bietet so vielschichtige
Chancen für eine erfolgreiche individuelle Sprachunterstützung (Sprachentwicklung).

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Sprachförderkonzept

Sprachförderung ist ein elementarer Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit.
Er ist nicht isoliert, sondern integriert und für Kinder als solches nicht erkennbar.
Wir aber wissen um die vielfältigen Sprachanregungen für alle Kinder, unsere
Kinder mit Deutsch als Muttersprache und auch für die Kinder mit einer anderen
Muttersprache. Der frühzeitige Besuch einer Kindertageseinrichtung bietet so
vielschichtige Chancen für eine erfolgreiche individuelle Sprachentwicklung.

Für Kinder findet Sprache überall statt. Sie singen, toben, spielen, handeln Spiel-
regeln aus und entdecken in Büchern und Geschichten Vertrautes aus ihrem
Alltag und Faszinierendes von Dinosauriern und aus dem Weltall.

Sprache ist für die Kinder der Schlüssel zur Welt. Über sie lernen sie die Umwelt
kennen und treten mit ihr in Interaktion. Indem sie zunehmend Sprache beherrschen,
in Wörtern und Sätzen formulieren, was ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen sind,
entdecken sie, was sich mit Sprache bewirken lässt. Sie können sich anderen mit-
teilen und sie zu Handlungen in ihrem Sinne bewegen. Sie erfahren etwas darüber,
wie die Welt beschaffen ist und was andere Menschen meinen, denken und fühlen.
Und sie können mit Hilfe der Sprache über das unmittelbare Handeln nachdenken
und es im Vorfeld planen. Kinder erwerben darum nicht nur Strukturen von Sprache,
lernen nicht nur Wörter und Grammatik. Vielmehr sind die Funktionen und die
Wirksamkeit von Sprache gleichsam der Motor dafür, dass sie ihr sprachliches
Können ausbauen.

So entscheidet die Reichhaltigkeit der Erfahrungs- und Handlungsmöglichkeiten
von Kindern über ihren Bedarf nach zunehmend komplexeren Formen des sprach-
lichen Ausdrucks und der sprachlichen Reflexion.

Als Grundlage unseres Sprachförderkonzeptes orientieren wir uns an den Vorlagen
des Ministeriums für Generationen, Familien, Frauen und Integration des Landes
Nordrhein-Westfalen, was von Frau Prof. Lilian Fried erarbeitet wurde.

Erläuterungen zum Sprachbaum:

Die Lebensumwelt, die Kultur und die Gesellschaft, in der das Kind aufwächst, sind
der Boden für Sprachentwicklung
- Die Wurzeln des Baumes benennen die Voraussetzung zum Sprechen lernen.
- Die geistige und emotionale Verarbeitung vielfältiger Sinneserfahrungen und die
  Umsetzung in sinnvolle Alltagshandlungen bezeichnen wir als
  „sensomotorische Integration“
- Die Kommunikation ist die „Nahrung“ für die Sprachentwicklung
- Daraus erwachsen Sprachverständnis und Sprechfreude, sie bilden den Stamm,
  die tragende Säule der Sprachentwicklung
- Auf dieser Basis entwickeln sich Äste Artikulation, Wortschatz und Grammatik
- Nur mit Sonne ist Wachstum möglich. Sie steht hier für Wärme, Liebe und
  Akzeptanz

Eine wichtige Aussage dieses Schaubildes ist, dass die Sprache nur dann reich
entwickelt sein kann, wenn kräftige Wurzeln über Bewegungserfahrungen,
Wahrnehmungsförderung und Beziehung gewachsen sind.

Zu den Grundbausteinen der Sprachförderung gehört

- die Phonologische Sensitivität, d. h. die Fähigkeit sprachliche Einheiten differenziert
  wahrzunehmen (z.B.: Silben zu unterteilen, Reime zu identifizieren und zu bilden)

- die Artikulation, d. h. neben der Bildung von Lauten müssen Kinder die
  phonologischen Regeln erlernen, z.B. welche Lautkombinationen es in der deutschen
  Sprache gibt und in welcher Stellung diese innerhalb eines Wortes vorkommen können.
  Sie müssen erkennen, dass ein Laut der Bedeutungsunterscheidung dient.

- der Wortschatz, d.h. Wörter zu erwerben, bedeutet Wissen aufzubauen. Kinder
  erfahren wie man Wörter ausspricht, welche Bedeutung(en) sie haben, wie sie mit
  andern Wörtern zusammenhängen(können) und wie sie in verschiedenen
  Satzstrukturen verwendet werden

- die Morphosyntax, d.h. die Grammatikkompetenz befähigt Kinder Sätze einer Sprache
  zu verstehen und zu produzieren. Kinder erfahren wie aus Grundelementen (Wörter,
  Satzglieder) Sätze gebildet werden.

- mündliche Sprachhandlungen / Erzählfähigkeit

bedeuten, dass das Kind nun in der Lage ist, Geschichten als komplexes Ganzes zu
konstruieren und zielgerichtet zu erzählen. Sie lernen Sinneszusammenhänge
sprachlich zu erfassen und Zuhörer emotional einzubinden.

Die Sprache, als verbindender Baustein, ist ein wichtiger Bestandteil in der täglichen
Arbeit unserer Kindertagesseinrichtungen. Im Vordergrund stehen die sprachlichen
und kommunikativen Fähigkeiten der Kinder, ihre Ausdruckskraft und ihr sprachliches
Wissen.

Ausgehend von ihren Kompetenzen werden die Kinder mit gezielten Anregungen und
Angeboten unterstützt und gefördert. Sprache wird im Kleinkind- und Kindergartenalter
über die eigenen Körpersinne erlebt und erfahren.

Durch rhythmisch-musikalische Bewegungsangebote werden Atmung, Sprechmotorik
und die Bewegungskoordination aktiviert, unterstützt und gefördert.
Durch Mimik, Gestik und der eigenen Körpersprache (immer im Zusammenhang mit
Sprache) können Kinder Situationen emotional einschätzen. Sie lernen auf ihr Gefühl
zu achten und auf Gefühle anderer einzugehen.

Die Sprache als Bildungsbaustein im täglichen Ablauf unterstützt Kinder in ihrer
sozialen und emotionalen Kompetenz. Durch uns Erzieher als Vorbilder erleben und
erfahren Sie, wie Sprache als Kommunikationsmittel eingesetzt werden kann, lernen
Bedürfnisse zu äußern, Erlebnisse und Beobachtungen zu beschreiben, zu um-
schreiben und können somit Verknüpfungen zu allen Bereichen des Lernens
herstellen.

Uns ist es wichtig eine gute Beziehung zum Kind herzustellen, ihm aufrichtiges
Interesse entgegenzubringen, umso den Lernprozess der Sprachentwicklung eines
jeden Kindes positiv unterstützen und fördern zu können.

Handlungsbegleitetendes Sprechen unterstützt Kinder in ihrer Wahrnehmung des
Satzbaues, erweitert ihren Wortschatz und fördert das Wortverständnis. Dies setzt
voraus, selbst ein gutes Sprachvorbild zu sein.

Im Gesprächskreis, bei verschiedenen Angeboten im Freispiel, während dem Rollen-
spiel, wo auch immer Kinder im Kontakt zum anderen Kind oder dem Erwachsenen
stehen, findet Sprachförderung statt.

Unterstützend zur Erweiterung des Wortschatzes werden wiederkehrende Rituale
genutzt (z.B. das Abschiedslied im Stuhlkreis oder das wiederkehrende Geburts-
tagslied). Dies gibt gerade Kindern, mit einem zurzeit geringeren Wortschatz,
Sicherheit. Es wirkt gleichzeitig motivierend um Neues zu erwerben und unterstützend
Erlerntes zu vertiefen. Hilfreich für Kinder hier sind auch Reime, Lieder und Finger-
spiele aber ebenso sprachbezogenen Spiele und Aktionen, bzw. Projekte. Sie regen
Kinder dazu an, selbst kreativ zu werden und mit Worten zu jonglieren, selbst zu
reimen, zu erklären, zu umschreiben, Oberbegriffe herauszufinden, Farben und
Formen zu benennen, Sachbegriffe zu suchen und dadurch ihre eigenen Fähigkeiten
zu festigen und auszubauen.

Erzählungen, das Vorlesen von Geschichten und das Betrachten von Bilderbüchern
unterstützen Kinder dabei, Verknüpfungen zu erlebten Handlungen herzustellen,
Verbindungen zu eigenen Erfahrungen zu nutzen, oder in die Gefühlswelt verschie-
dener Seiten zu schlüpfen. Dies gibt ihnen wiederum die Möglichkeit ihr eigenes
Gefühl, ihre Wünsche und die eigenen Bedürfnisse verbal zum Ausdruck zu bringen.

Um jedoch die Entwicklung von Sprache zu beobachten und dokumentieren zu können
wurden verschiedene Modelle entwickelt. Neben dem allgemeinen Beobachtungs-
und Entwicklungsbogen, den unsere Einrichtung entwickelt hat, haben wir auch die
Möglichkeit auf speziell entwickelte Beobachtungsbögen zur Feststellung des
Sprachstandes zurückzugreifen.

„Seldak“ wurde für Kinder mit der Muttersprache/Erstsprache „Deutsch„ und
„Sismik“ für Kinder mit einer anderen Muttersprache/Erstsprache entwickelt.
Im Rahmen der Sprachstandsfeststellung zwei Jahre vor Beginn der Schulpflicht
nach § 36 Abs.2 des Schulgesetzes NRW wird in einem Test festgestellt, inwieweit
Kinder in der Lage sind, die deutsche Sprache richtig zu verstehen und anzuwenden.
Um Kindern auch in ihrer Sprachentwicklung zu fördern und ihnen notwendig werdende
Maßnahmen zu ermöglichen, ist eine partnerschaftliche vertrauensvolle Zusammen-
arbeit mit den Sorgeberechtigten ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit.
Dies geschieht schon im ersten Kontakt bei der Anmeldung. Später beim Erstgespräch
in der Gruppe, bei den sogenannten Tür- und Angelgesprächen aber auch bei dem jähr-
lichen Dokumentationsgespräch zur allgemeinen Entwicklung des Kindes aber auch
zur Sprachentwicklung im Besonderem.

Somit können im Vorfeld medizinisch notwendige Untersuchungen rechtzeitig ein-
geleitet oder entsprechende Fördermaßnahmen (Logopädie, HNO oder zusätzliche
Sprachfördermaßnahmen nach § 36 Abs. 2 Schulgesetz (Delfin 4) veranlasst werden.
Dies setzt jedoch voraus, dass Eltern eine hohe Transparenz erfahren, das mögliche
Ängste abgebaut und ein intensiver Austausch stattfinden kann. Eltern brauchen
Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten um eine vertrauensvolle Beziehung zur
Einrichtung herstellen zu können.

Unser Ziel ist es, den Entwicklungsstand der Kinder regelmäßig festzustellen, in
reflektierenden Gesprächen im Team auszutauschen und Kinder entsprechend
ihrem Förderbedarf mit individuell geeigneten Maßnahmen unterstützend zu begleiten.

Literaturhinweise:

- Kita spezial
- SPI NRW
- MFFGI NRW Delfin 4
- Sprachbaum nach Wendland
- Sismik und Seldak vom Staatsinstitut für Frühpädagogik (IFP)

 
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