Familienzentrum

Kindertagesstätte Höhenweg
Konzeption

Die Konzeption ist ein Leitfaden unserer pädagogischen Arbeit. Sie hilft uns
Erzieherinnen – Fachleute für Pädagogik und öffentliches Kinderleben-, unseren
gesetzlichen Bildungsauftrag laut KiBiz (Kinderbildungsgesetz) mit seinen
Inhalten und unseren Schwerpunkten umzusetzen, stets zu reflektieren und
zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Handlungsgrundlage unserer pädagogischen Arbeit
Der situationsorientierte Ansatz

„Nicht alle Kinder müssen zur gleichen Zeit, mit gleichen Mitteln, das Gleiche tun!“
Dies besagt der situationsorientierte Ansatz, Kernpunkt des sozialpädagogischen
Konzepts der Rösrather Kindertageseinrichtungen und somit die Grundlage bei
der pädagogischen Arbeit in unseren Gruppen. Das heißt:

• Spiel und spielerisches Lernen stehen im Mittelpunkt

• Kinder lernen aus eigenem Antrieb und mit Lust am Tätigsein

• Kinder werden in die Planung und Gestaltung des Alltags miteinbezogen.
  Diese sind somit für das Kind lebensnäher.

Bei der Umsetzung im Alltag steht jeweils das einzelne Kind mit seinen aktuellen
Bedürfnissen und Interessen sowie seiner konkreten Lebenssituation im Vordergrund.

Ziel ist es, dem Kind bei der Bewältigung seiner gegenwärtigen Lebenssituation zu
helfen, ihm Möglichkeiten zum Erkennen von Lebenszusammenhängen zu geben
und ihm Hilfen anzubieten, die zur Bewältigung zukünftiger Lebenssituationen an-
gewandt werden können.

Wir wollen das Selbstvertrauen von Kindern stärken, sie zu selbständigem Handeln
ermutigen und befähigen. Sie sollen Umweltkenntnisse und Umweltverständnis
erwerben, ihre Bereitschaft zur Kommunikation entwickeln und ihre Ausdrucks-
möglichkeiten erweitern.

Der situationsorientierte Ansatz bietet letztendlich die Möglichkeit,

• Defizite durch entsprechende kompensatorische Maßnahmen auszugleichen und

• das Kind dabei zu unterstützen, seine Absichten im Rahmen seiner Fähigkeiten
  zu verwirklichen.

Die Bewegungs – und die psychomotorische Bewegungserziehung

Kinder wollen sich bewegen, Kindern macht Bewegung Spaß,
weil sie so die Welt erleben, Menschen Tiere, Blumen, Gras.
Kinder wollen laufen, springen, kullern, klettern und sich dreh`n,
wollen tanzen, lärmen, singen, mutig mal ganz oben steh`n,
ihren Körper so entdecken und ihm immer mehr vertrau`n,
wollen tasten, riechen, schmecken und entdeckend hörend schau`n,
fühlen, wach mit allen Sinnen innere Bewegung – Glück.
Lasst die Kinder dies gewinnen und erleben Stück für Stück!

(Karin Schaffner)

Für eine gesunde, harmonische und ganzheitliche Entwicklung der Kinder ist
die Bewegung von elementarer Bedeutung. Sie ist Faktor für die:

• motorische Entwicklung
• körperliche Entwicklung
• sensorische Entwicklung
• psychisch – emotionale Entwicklung
• soziale Entwicklung
• geistige Entwicklung

In unserem Tagesablauf stehen den Kindern vielfältige Bewegungsangebote,
sowohl in den Räumlichkeiten, als auch auf unserem Außengelände zur Verfügung.


Was ist Psychomotorik?

Psychomotorik als pädagogisch-therapeutisches Konzept geht von der Einheit
geistig-seelischer Vorgänge (Psyche) und körperlicher Vorgänge (Motorik)
aus.  Die Stärken eines jeden Kindes als Grundlage nehmend, werden Ich-
Sach- und Sozialkompetenz aufgebaut. Zur Praxis in den Übungsstunden
werden die Kinder über unterschiedliche Spiele und Entspannung in ihrer
(Selbst-) Wahrnehmung, Koordination, in ihrem Gleichgewichtsvermögen
und in ihrer Beweglichkeit gestärkt. Die Kinder lernen im spezifischen
Umgang mit  verschiedenen Geräten und Materialien, sich mit sich selbst,
ihrer Umwelt und anderen Kindern auseinanderzusetzen. Sie werden
angeregt, aktiver, mutiger, phantasievoller und sicherer zu werden.

 
Wie findet das statt?

Am Anfang einer jeden Stunde setze ich mich kurz mit den Kindern zusammen,
um die Kinder zu „sammeln“ und das Stundenthema zu besprechen. Wir
beginnen mit einem gemeinsamen Bewegungsspiel, bevor wir im Anschluss
ganz unterschiedliche Dinge miteinander in Bezug auf das jeweilige Thema
erleben: Es wird geklettert, gebaut, gesprungen, balanciert, entspannt usw.
Hierbei gibt es eine Mischung aus angeleiteter Tätigkeit und selbstbestimmtem
Spiel der Kinder. Themen, die die Kinder weiter entwickeln, finden nach
Möglichkeit in der Gruppe Raum. Am Ende gibt es immer mindestens ein
gemeinsames Abschlussspiel.

Für wen ist Psychomotorik interessant?

Für alle Kinder!

Die allermeisten Kinder kommen gerne in die Psychomotorik-Stunde und
genießen es als Zeit, in der sie in der Kleingruppe Bewegungsanlässe finden.
Gezielt schaue ich auf die Bedürfnisse der Kinder, um sie dementsprechend
in ihrer Entwicklung weiter zu fördern. Dabei werden die individuellen
Unterschiede berücksichtigt. Z.B. kann es für ein zurückhaltendes Kind
ein längerer Weg sein, ein Bewegungsspiel durchgängig (und nicht an
meiner Hand) mitzumachen. Ein anderes könnte eine Neigung dazu haben,
häufig zu Verunfallen, so dass ich bei diesem Übungen für
Körper- und Raumwahrnehmung in den Vordergrund stellen würde.

Psychomotorik ist insbesondere ein Förderkonzept für Kinder, die Schwierig-
keiten im motorischen Bereich haben, aber auch für jene, die sich z.B.
nicht gut konzentrieren können, besonders unruhig oder sehr zurückhaltend
sind. Da die Entwicklung der Sprache eng mit der Motorik verknüpft ist, machen
durch die Psychomotorik auch sprachlich noch nicht altersgemäß entwickelte
Kinder meist viele Fortschritte. 

Unsere Gruppen:

Im Kindergarten am Höhenweg gibt es zur Zeit drei Psychomotorik-Gruppen.
Jeweils Dienstags kommen die Kinder in kleinen Gruppen von bis zu 8 Teil-
nehmern, die zusammengestellt werden je nach Gruppenzugehörigkeit,
Alter und Konstellation. Wir legen auch Wert darauf, individuelle Bedürfnisse
eines Kindes zu berücksichtigen (z.B. „In welcher Gruppe hat es schon einen
Freund“ / „In welcher Gruppe könnte es einen guten Platz für sich finden“ o.ä.).
Die Förderstunde findet jeweils 45 Minuten statt.

Die Anleiterin:

Mein Name ist Angelika Despineux, ich bin Erzieherin und Motopädin und
habe eine Zusatzausbildung zur Motopädagogin. Die Psychomotorik im
Forsbacher Kindergarten biete ich schon seit einigen Jahren und immer
mit viel Freude an.

Der Verein:

Die Psychomotorische Förderung unseres Kindergartens ist ein Angebot
des VGS (Verein für Gesundheit und Sport) – siehe auch unsere Internet-Seite
www.vgs-roesrath.de.

Haben Sie und Ihr Kind Lust auf Psychomotorik bekommen? Dann wenden Sie
sich einfach an die Erzieher der Gruppe, die Ihr Kind besucht!

Außengelände - ein Natur-, Spiel- und Bewegungsraum

Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung viel Aufenthalt in und somit die aktive
Begegnung mit der Natur. Die Natur ist für sie eine fördernde Reizumwelt, die sowohl
ausreichend Bewegungsmöglichkeiten als auch vielfältige sinnliche Erfahrungen
bereithält. Für die gesunde physische und psychische Entwicklung von Kindern ist dies
von großer Bedeutung. Hier lernen sie, alle ihre Sinne zu entwickeln, sich selbst zu
spüren, Fragen zu stellen und offen auf die Welt zuzugehen.

Die Natur bietet den Kindern Raum für ihr Spiel. Dort können sie mit Freunden ihre
Phantasie entwickeln, ihrer natürlichen Neugierde und ihrem Bewegungsdrang
nachgehen und so Abenteuer erleben.

Im Spiel erkunden die Kinder ihre Umwelt, entwickeln ihre Kreativität und körperlichen
Fähigkeiten, verarbeiten Erlebnisse und Probleme, lernen Absprachen zu treffen und
Konflikte zu lösen. Kindern macht es große Freude, sich zu bewegen und dabei voller
Neugier und Entdeckungsdrang die Welt zu erkunden. Unermüdlich laufen, klettern,
springen, balancieren, kullern, krabbeln, greifen oder tasten sie und entwickeln spielend
ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit.

Durch die Bewegung erfahren Kinder etwas über die Ordnung und Beschaffenheit der
Welt. Sie erforschen ihre nähere Umgebung sowie die eigenen Kräfte und Grenzen,
indem sie mit ihren Bewegungsmöglichkeiten, mit ihrem Gleichgewicht, mit ihrer
Körpererfahrung spielen. Sie gehen Risiken ein, sie trauen sich, sie ziehen sich zurück.

So ist Bewegung für Kinder das zentrale Medium um Selbst-, Umwelt- und Sozial-
erfahrungen zu sammeln.

Gleichzeitig bietet die Natur den Kindern aber auch Orte, wo sie sich zurückziehen
können, um ihre eigene Kinderwelt zu gestalten.

Die aktive Begegnung mit der Natur sowie ausreichende Erfahrungen und Erlebnisse
mit ihr sind der Weg, Kindern die Natur begreiflich zu machen. Nur so fühlen sie sich
mit ihr verbunden und entwickeln eine tiefgehende Wertschätzung, die sie im
Erwachsenenalter der Natur gegenüber verantwortlich handeln lässt.

In Zusammenarbeit mit der Natur- und Abenteuerschule Robert Spessert in Bergisch
Gladbach haben Kinder, Mitarbeiter und Eltern unserer Einrichtung 1997 begonnen,
unser Außengelände kindgerecht, naturnah, vielseitig und anregend zu gestalten.

Oberste Priorität war es hierbei, phantasievolles Spielen, Beobachten, Entdecken und
Experimentieren zu ermöglichen und zu fördern.

Wir haben die Elemente Feuer, Erde und Wasser mit in die Gestaltung einbezogen und
so endlich ein Außengelände geschaffen, das kleinen und großen Menschen als Ort
der Bewegung, Begegnung und Naturerfahrung dient.

Hier wollen wir gemeinsam mit den Kindern die Umwelt in ihrer Vielfalt entdecken und
sowohl ihnen als auch uns die Augen für die Schönheit der Natur öffnen. Denn nur was
man liebt, wird man auch schützen.

So haben wir auf unserem 2502 m² großen Außengelände, das die Kinder um das
ganze Gebäude herum „bespielen“ können, die beiden Grundsätze „Bewegung“ und
„Naturerfahrung“ eng miteinander verknüpft.

Den ersten unmittelbaren Kontakt mit der Kindertagesstätte haben Kinder und Eltern
an der Haustüre und dem Vorplatz. Er ist die Brücke zum Haus und spiegelt viel von
unserem Konzept und dessen praktischer Umsetzung wieder.

Der Eingangsbereich ist eine gute Möglichkeit Eltern und Kindern, die beim ersten
Besuch vielleicht sogar ein bisschen mit Schwellenangst zu kämpfen haben, deutlich
zu machen, welcher Geist in der Kindertagesstätte Höhenweg herrscht, mit welcher
Begeisterung hier gelebt, gespielt und gearbeitet wird und was den Menschen an
diesem Ort wichtig ist.

Diese Erfahrung kann im Eingangsbereich im wahrsten Sinne des Wortes spürbar,
erlebbar und hautnah begreifbar gemacht werden:

Der Besucher schreitet zuerst durch unseren großen, frischen Weidenbogen und den
Holzbogen am Zaun, an dem ihn Anemonenwaldreben mit ihren saftigen rosa Blüten
willkommen heißen.

Ein gepflasterter Weg führt vorbei an einem Blumengarten, einem Apfelhochstamm
und einer Kräuterspirale. Anhand der verschiedenen Blumen lassen sich dort Jahres-
ablauf und Lebenskreis verfolgen und beobachten. Hier wurden bewusst Blumen
gewählt, die wie das Löwenmäulchen oder das Ochsenauge einen einprägsamen
Namen tragen. Ein Blumenkübel mit Lavendel und Thymian lädt dazu ein, schon
frühmorgens eine Nase voll Duft in den Tag mitzunehmen.

Als alternative Möglichkeit, die Kindergartentür zu erreichen, bietet sich der Tast- und
Sinnesweg an. Durch den langen Weidentunnel wird man bis nah an die Eingangstüre
geführt. Hier laden die Bänke am Sommerflieder Kinder, Mütter und Väter einen
Moment zum Ausruhen und Innehalten ein. Alle, die miteinander sprechen wollen,
können diesen Platz aber auch als Ort der Kommunikation nutzen.

Diese Philosophie der Verbindung von Bewegung und Naturerfahrung ist auch in
anderen Teilen des Geländes klar erkennbar.

Mit einem Weidenzaun haben wir einen Teil der Spielfläche abgeteilt und als Garten
angelegt. Jede Gruppe hat dort ein Hochbeet. Hier werden Gemüse und Obst wie
Möhren, Tomaten, Kohlrabi, Rhabarber und Erdbeeren selbst gesät oder gepflanzt
und gegossen. Die Kinder jäten selbst das Unkraut und beobachten das Wachstum.
Die Ernte wird dann beim Frühstück oder beim Mittagessen verwendet.

Des Weiteren haben die Kinder die Möglichkeit, Naturphänomene wie den kunstvollen
Aufbau eines Spinnennetzes zu bestaunen, dem Gesang der Vögel zu lauschen und
das emsige Treiben in einem Ameisenhaufen zu beobachten. So vermitteln wir den
Kinder, dass Pflanzen und Tiere in ihrer Einzigartigkeit zu achten und zu schützen sind.

Im „Garten für Kinder und Schmetterlinge“ lernen die Kinder am Sommerflieder die
heimischen Schmetterlinge kennen. Außerdem haben wir hier Trockenmauern gesetzt
und Staudenbeete angelegt. Es gibt einen langen dornenlosen Brombeertunnel mit
eingearbeiteten Tastfeldern, wo Kinder Sinneserfahrungen über die Füße machen
können. Ferner befindet sich dort noch ein Treff- und Kommunikationsbereich mit
Bänken, eine Murmelbahn und ein Erdtelefon.

An unserer Wasser-Kies-Spielstelle mit 14 laufenden Metern Wassertransportrinnen
zum Sandbereich hin können die Kinder mit dem Element Wasser Erfahrungen aller
Art machen. Eine Feuerstelle wird für gemeinsame Feste und Feiern genutzt.

Andernorts können die Kinder auf Schlängelpfaden und Geheimwegen durch das
Gebüsch kriechen, sich im Weiden-Erd-Iglu und im Weiden-Labyrinth verstecken
oder zurückziehen, oder in den Spielgruben am Hang mit Naturmaterialien Erfahrungen
sammeln. Auch das Klettern auf Bäumen kann geübt werden.

Für ihre Entwicklung aus ihrer kleinen Welt heraus benötigen Kinder auch den Bezug
zur großen Welt draußen. Mit ihrem Piratenschiff brechen sie gemeinsam mit all ihren
Freunden auf zu abenteuerlichen Taten und Geschichten in den sieben Weltmeeren.
Hier werden Gemeinschaft und Kooperation groß geschrieben, denn wer den Posten
des Kapitäns oder des Mastkorbausgucks übernimmt, der trägt Verantwortung für die
anderen kleinen Seeräuber und Seeräuberinnen. Auch unter Deck geht das Leben
natürlich weiter. Her finden die Kinder im Rahmen ihrer Phantasiewelten auch ihre
Ruhepunkte.

Durch das Klettern, Schwingen und Hangeln auf unserer Seillandschaft werden die
Kinder durch die Stärkung des Gleichgewichtssinnes in ihrer motorischen Entwicklung
nachhaltig gefördert. Die Seillandschaft stellt die Kinder vor anspruchsvolle Aufgaben
an deren Bewältigung sie sich langsam herantasten können. Sie lernen, sich und ihre
Fähigkeiten einzuschätzen und entwickeln Selbstbewusstsein als Grundlage für ein
wahrhaftig lustvolles Zugreifen bei anstehenden Aufgaben.

Besonders Wert gelegt wurde bei der Entwicklung unseres Außengeländes auch auf
die Vernetzung der verschiedenen Komponenten. Dadurch lernen unsere Kinder
spielerisch, die Welt als Gesamtheit zu begreifen. So regt die in eine Burganlage
eingebundene Seillandschaft den Phantasiebezug der Kinder zu dem Piratenschiff an,
das über das Meer heransegelt.

Roller-, Dreirad-, Fahrrad-, Rollschuh- und Inlinerfahren ist auf unserer langen Bitumenstrasse möglich, ebenso wie Stelzen- und Laufdosenlaufen, Seilchenspringen
und Gummitwistspielen. Eine kleine Wiese ohne festes Spielgerät eignet sich zum
Ballspielen, zum Picknicken oder einfach zum Rennen und Toben.

So haben wir in mühevoller Arbeit ein Außengelände geschaffen, auf das wir mit Recht
stolz sind. Denn wir haben nicht nur die direkte Umgebung phantasievoll und kindgerecht
gestaltet, sondern die Entstehung dieses Außengeländes ist auch ein Musterbeispiel für
die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen engagierten Eltern, dem Förderverein, dem
Kindergarten Team und dem Träger.

Inzwischen ist unser Außengelände um eine Bobby Car Rennbahn und um eine
Balancierstrecke erweitert.

Lassen sie sich überraschen!

 
Aktuelles
Termine
Button
Button
Button
Button
Kontakt
Impressum